Rentabilität

 
Prof. Dr. Claudia Breuer
Prof. Dr. Claudia Breuer
Professorin für Finanzwirtschaft und Nachhaltigkeit
 
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Definition
Kurzerklärung:

Verhältnis einer Erfolgsgröße zum eingesetzten Kapital einer Rechnungsperiode. Beide Größen können zahlungs- und bilanzorientiert gemessen werden.

Ausführliche Erklärung:

Verhältnis einer Erfolgsgröße zum eingesetzten Kapital einer Rechnungsperiode. Beide Größen können zahlungs- und bilanzorientiert gemessen werden.

I. Zahlungsorientierte Betrachtung:

1. Gesamtkapitalrentabilität: Einzahlungsüberschuss des Unternehmens in Relation zum gesamten eingesetzten Kapital.

2. Eigenkapitalrentabilität: Einzahlungsüberschuss des Unternehmens abzüglich der an die Fremdkapitalgeber abzuführenden Zinszahlungen in Relation zum eingesetzten Eigenkapital.

II. Bilanzorientierte Betrachtung:

1. Gesamtkapitalrentabilität: Der Periodenerfolg (einschließlich der Fremdkapitalzinsen) wird in Beziehung zum gesamten zur Verfügung stehenden Kapital der Unternehmung (Eigen- und Fremdkapital) gesetzt. Zur besseren Analyse kann die Gesamtkapitalrentabilität als Produkt aus Umsatzrentabilität und Kapitalumschlag dargestellt werden.

a) Gesamtkapitalrentabilität vor Steuern

\ = \frac{ \textnormal {Erfolg vor Zinsen und vor Steuern}}{ \textnormal {Gesamtkapital}};


b) Gesamtkapitalrentabilität nach Steuern

\ = \frac{ \textnormal {Erfolg vor Zinsen und nach Steuern}}{ \textnormal {Gesamtkapital}}.


Eine Verzerrung der Gesamtkapitalrentabilität ist möglich durch die Ausnutzung bilanzieller Bewertungsspielräume bei der Gewinnermittlung oder durch Nichtabgrenzung periodenfremder Aufwendungen und Erträge.

2. Eigenkapitalrentabilität: Relative Größe, die angibt, mit welcher Rate sich das während einer Periode eingesetzte Eigenkapital verzinst.

a) Eigenkapitalrentabilität vor Steuern

\ = \frac{ \textnormal {Erfolg nach Zinsen und vor Steuern}}{ \textnormal {Eigenkapital}} ;


b) Eigenkapitalrentabilität nach Steuern

\ = \frac{ \textnormal {Erfolg nach Zinsen und nach Steuern}}{ \textnormal {Eigenkapital}}.

Bei Kapitalgesellschaften besteht das Eigenkapital aus Grund- oder Stammkapital, Gewinn- und Kapitalrücklagen, Gewinnvortrag und ähnlichen Posten. Beziehung zwischen Eigenkapitalrentabilität, Gesamtkapitalrentabilität und Fremdkapitalzinssatz vgl. Leverage-Effekt.

3. Rentabilität des Betriebs: Es gilt:

Betriebsrentabilität

= \frac{\textnormal {Betriebsgewinn}}{ \textnormal {betriebsnotwendiges Kapital}}.


Unter betriebsnotwendigem Kapital wird das im Unternehmen eingesetzte Kapital, soweit es zur Erfüllung des Betriebszwecks notwendig ist, verstanden; der Betriebsgewinn wird durch die Abspaltung von neutralen und außerordentlichen Aufwendungen und Erträgen vom Erfolg nach Zinsen und Steuern ermittelt.

4. Umsatzrentabilität:


a) Brutto-Umsatzrentabilität

=\frac{\text {Erfolg vor Zinsen und Steuern}}{\text{Nettoums\'atze}};



b) Netto-Umsatzrentabilität

=\frac{\text {Erfolg nach Zinsen und Steuern}}{\text{Nettoums\'atze}}.


Im Fall der Gesamtkapital-, Eigenkapital- und Umsatzrentabilität kann als Erfolgsgröße der bilanzielle Periodenerfolg oder der um außerordentlichen Betriebserfolg und Finanzerfolg bereinigte ordentliche Betriebserfolg angesetzt werden.

Vgl. auch Effektivverzinsung.

 
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