Mobile Tagging

 
Prof. Dr. Oliver Bendel
Prof. Dr. Oliver Bendel
Professor für Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsethik, Informationsethik und Maschinenethik
 
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Definition
Kurzerklärung:

Beim Mobile Tagging werden (vor allem physische) Gegenstände mit Hilfe von 2D-Codes mit Daten und Informationen angereichert, die über mobile Geräte ausgelesen und angezeigt werden.

Ausführliche Erklärung:

1. Begriff: Beim Mobile Tagging werden Gegenstände mithilfe von 2D-Codes wie QR- und DataMatrix-Codes mit Daten und Informationen angereichert, die über mobile Geräte wie Handys, Smartphones oder Tablets ausgelesen und angezeigt werden. Auf diese Weise verbindet man physische und virtuelle Welt miteinander; man spricht auch von der Physical World Connection (PWC).

2. Arten: Eine verbreitete Einteilung ist diejenige in Commercial Tagging, Public Tagging und Private Tagging. Als Commercial Tagging bezeichnet man die Verwendung von Codes im Rahmen von kommerziellen Anwendungen (etwa des Mobile Business) und speziell des Mobile Marketing. Bspw. verlinkt man eine gedruckte Anzeige oder einen gedruckten Artikel in einer Zeitung oder Zeitschrift bzw. einen Abschnitt in einem Buch mit einer weiterführenden Website. Die Codes sind manchmal mit dem Logo des Unternehmens ausgestattet. Im Public Tagging werden nichtkommerzielle Inhalte weitergegeben. Als Medium fungieren öffentliche Informationsträger und Kommunikationsmittel, etwa Broschüren oder Plakate, ferner Gebäudefassaden. Beispiele für Inhalte sind kulturelle Informationen, Beschreibungen der Anfahrt zu öffentlichen Gebäuden und verlinkte Bilder von Sehenswürdigkeiten. Mobile Tagging im privaten Bereich nennt sich Private Tagging. Dabei werden persönliche Daten über einen Code an Dritte transferiert. Ein typischer Anwendungsfall sind Visitenkarten, die neben den normalen Angaben einen QR-Code mit den Kontaktinformationen aufweisen. Dank des Einlesens über das mobile Gerät wird das aufwendige Abtippen unnötig.

3. Implikationen und Ausblick: Durch das Mobile Tagging werden immer mehr Gegenstände mit Daten und Informationen und auch multimedial angereichert; man erfährt etwas über sie und über sie hinaus, kann sie erkennen, einordnen, verstehen und einschätzen. In inhaltlicher Hinsicht rückt der Gegenstand näher; zugleich rückt das mobile Gerät zwischen ihn und den Benutzer. RFID und andere Identifikationssysteme sowie Innovationen im Bereich der Augmented Reality tragen ebenfalls zu dieser Entwicklung bei. Auch in virtuellen Räumen ist Mobile Tagging möglich; so kann etwa ein Gegenstand in Second Life mit einem QR-Code versehen werden. Dadurch entstehen, wie durch das direkte Tagging mit Text oder mit Bildern, sogenannte Mashups. Nicht zuletzt spielt Mobile Tagging inzwischen in Fernsehsendungen, etwa in Kochsendungen, eine gewisse Rolle.

 
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